Mein Leben heute ...
 

Und heute?


 
Achim Petry - Das Wunder kam...

Die Zeit nach dem entdeckt werden.

Zwischenzeitlich kann ich mich innerhalb der Familie outen. Obwohl die Regeln klar sagten nein.
Auch der Kreis der Freunden und Bekannten erweitert sich stets mehr, welche mich nun auch in der Person Nathalie kennen. Was mich sehr positiv überrascht, ist das mich bisher niemand abgelehnt hat oder mich ausgelacht hätte. Im Gegenteil, ich stiess überall auf offene Ohren und wir konnten frei darüber reden. Eine Freundin meinte zwar im Gespräch, dass dies ja nicht der Norm entspreche und dass ich doch einmal mit einem Arzt darüber reden solle. Als ich ihr dann sagte, es sein nicht therapierbar, wie sollte man es auch therapieren können? Mit Medikamente, Gespräche mit dem Psychiater? Ich denke wohl kaum. Zudem stellt sich auch die Frage; "Möchte ich es überhaupt therapieren lassen?"
Meine Frau und ich einigten uns, dass der Jahrestag von Nathalie, der 31.07 sei und dass wir am 25.12. ihren Namenstag feiern werden.
Dennoch habe ich Mühe, auf der einen Seite wirft sie mir das Nathalie sein vor, auf der anderen Seite, kauft sie mir immer wieder Sachen zum anziehen oder schminken. Wie soll ich damit umgehen? Was will sie damit erreichen? Selbst sie kann es nicht sagen. Diese Lage (und sicher auch andere Umstände) brachte unsere Ehe zum scheitern.

Bisher hat es ja niemanden gestört, sicher musste ich mich an die verschärften Regeln halten. Dennoch bin ich viel zufrieden und Freier geworden. Probiere ich doch z.B. meine Schuhe selber an und kaufe sie dann. Mittlerweilen bin ich schon auf 6 paar. Auch wenn ich einen Rock kaufe, bin ich schon so weit, dass ich ihn mir wenigstens bewusst an meinen Körper halte um die Grösse zu prüfen. Sicher bin ich hier noch Meilen weit davon entfernt, sie offensichtlich anzuprobieren.
Mittlerweilen habe ich auch eine zweite Perücke, welche eher zu mir passt. Weitere werden bestimmt noch folgen. Was nun knapp 3/4 Jahr später erfolgt ist. Nun habe ich 5 Perücken zur Auswahl, von kurz bis lang. Siehe auch unter Verwandte Themen -> Perücke.
Was das Schminken anbelangt, so sehe ich langsam aber sicher "meine" Farben und mein Stil. Dem ungeachtet fällt es mir manchmal schwer, das passende Makeup auszuwählen, manchmal mag ich es knallig und auffällig und andern Tags, soft und dezent. Obwohl ich sicher noch kein Profi bin, doch Übung macht den/die MeisterIn. Schade finde ich, dass meine Fingernägel leider immer wieder abbrechen und dadurch keine wirklichen weiblichen Formen annehmen. Kunstnägel kann ich, durch den Kleber bedingt (Haftdauer) leider nicht anwenden. Was ich ansonsten gerne tun würde. Na ja vielleicht findet sich eine Lösung.
Wer suchet der findet, eine sehr einfache dennoch passable Lösung (und sie scheint zu verhalten) habe ich gefunden. Doppelseitiges Klebeband! Die Nägel halten einwandfrei und lassen sich dennoch einfach wieder ablösen und sind für weitere Einsätze heil geblieben.
Nun ist es bald ein Jahr her, dass ich entdeckt worden bin. Ich habe meine festen Regeln, woran ich mich festhalten muss. Dennoch habe ich genügend Spielraum für mich und schöpfe diese auch voll aus.
Obwohl ich es hier nur noch Indoor sein kann, ausser ich gehe zu einem Treffen. Auch meine Garderobe wächst fast von Tag zu Tag. Mittlerweilen musste ich einen Kleiderschrank und eine Kommode anschaffen, damit ich alles wegräumen und versorgen kann. Dennoch habe ich einige Wünsche, was mir noch fehlt und ich auch besitzen möchte.
Mittlerweilen habe ich schon so viele Röcke, Blusen, Kleider und Schuhe, dass es nicht mehr in einen normalen Schrank passt. Ich muss mir also entweder einen zweiten oder viel grösseren anschaffen. So kann ich wieder alles wegräumen und ich weiss, dass noch einiges auf mich zu kommt. Nun bin ich auch schon so weit, dass ich die Röcke und Schuhe die ich kaufe sogar selber anprobiere. Ich dachte nicht, dass es so schnell von statten gehen würde.
Gestern durfte ich eine "Premiere" erleben, ich habe mir schon seit einem halben Jahr die Haare auf dem Kopf wachsen lassen. Mehr eigentlich aus Spass und gestern, schnitt mir meine Frau die Haare. Nicht weg, wie ich erwartet habe, sondern zweigeschlechtlich, je nachdem ich wie oder wer ich bin, kann meine Haare nun frisieren und es passt. Somit kann ich teilweise wenigstens schon auf ein künstliches Haarwerk verzichten. Ich bin dankbar das mich meine Frau so Unterstützt.
Eigentlich möchte ich ab heute ganz als Nathalie auftreten. Dass heisst alle meine Männerkleider aus dem Schrank räumen und nur noch die Frauenkleider behalten. Kleider hätte ich genügend, platzen schon fast zwei Schränke aus den Nähten. Sind es doch schon weit mehr als 200 Kleidungsstücke, Schuhe oder sonstiges Accessoires.
Ich führe nun auch ein Tagebuch über Nathalie und ihr sein. Wer weiss vielleicht wird daraus einmal eine Biographie.

Am 12. Dezember 2009 wurde ich an der Mitgliederversammlung zur neuen Sekretärin der GWHF gewählt. Dieses Amt bereitet mir grosse Ehre und Freude. Ich öffne mich immer mehr und bin erstaunt wie tolerant es eigentlich Aufgenommen wird. Waren meine Ängste unbegründet? Sind die Menschen doch nicht ganz so vorwurfsvoll wie ich dachte? Wird das tragen von Röcken angenommen, auch in unserer Kultur?
Bei einem Arztbesuch habe ich mich bei ihm geoutet und ihr meinen Wunsch den ich als sehnlichstes möchte, meine eigenen Brüste ausgesprochen. Sie war sehr hilfsbereit und wir machten einen Termin aus, damit wir das Ganze in aller Ruhe ansehen und bereden können. Sie fragte mich ob der andere Arzt der Gemeinschaftspraxis auch dabei sein dürfte. Was mich nicht stört. Im weiteren meinte sie, dass es sicherlich auch psychologische, so wie frauenärztliche Betreuung bräuchte. Das weiter vorgehen wird sich beim Gespräch erweisen.
Dies brachte mich aber ins Unglück oder besser gesagt ins Glück.





Wie meine Mutter sagte, Zitat:

"Peter, lebe du nun dein Leben!"



 
Nicole - Der erste Tag ohne Dich



Nun bin ich geschieden! (17.8.2010)

Jetzt kann ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen! Und muss auf niemandem mehr Rücksicht nehmen. Auch die Regeln entfallen. Ich bin Frei und kam tun und lassen wie es mir passt, mich allen Outen da wo ich es angebracht finde.
So wie ich anfänglich von meiner Frau unterstützt wurde und sie mir dauernd auch Sachen kaufte, damit ich optimiert Nathalie sein kann. Auch noch kurz vor meinem Rausschmiss kaufte sie mir noch Sachen. Dann aber kam der grosse Knall, sie sagte ich hätte eine Woche Zeit mir etwas anderes zu Suchen und das sie die Scheidung einreichen werde!
Ein Grund war auch ganz klar, dass sich mein Hausarzt dem ich mich geoutet habe sich nicht an die Ärztliche Schweigepflicht gehalten hat und meiner Frau bei ihrer Konsultation bei Ihm gleich Unterrichtet wurde. Ich beriet mich auch mit meinem Anwalt ob ich ihn deswegen verklagen will oder soll. Doch dieser riet mir davon ab, da keine Chancen auf Erfolg bestehen würden, vielmehr soll ich einen anderen Hausarzt aufsuchen. Was ich auch getan habe. Ich rate euch deshalb, seit vorsichtig wem ihr euch outet, auch wenn die Person eine Schweigepflicht hat!
Natürlich waren es offensichtlich andere Gründe, die sie zu ihrem Entschluss kommen liess. Doch im Gespräch kam es immer wieder auf mich und meine Nathalie zurück. Ich denke alle anderen Vorwürfe waren nur Vorwände.
Ok sie hat selber auch Probleme mit den Wechseljahren und will es nicht zugestehen. Aber dies ist sicher ein anderes Thema, soll hier aber nicht ausgeschlossen werden. Sie verweigerte mir auch jede gliche körperliche Annäherung und den Sex seit gut einem Jahr. Und ich schlief auf dem Sofa und nicht mehr mit ihr im gemeinsamen Schlafzimmer. Sie meint auch, dass sie ihren Kinderwunsch noch nicht abgeschlossen hätte, sorry ich weiss ich bin ein Mann und vielleicht etwas zu dumm. Aber wie kann man noch Kinder bekommen wenn man
1. Mit einem unterbunden Mann verheiratet ist?
2. Selber unterbunden ist?
3. Voll in den Wechseljahren ist?

Vielleicht weiss da jemand eine Antwort drauf und kann mir sagen.

Also kam mir dies nicht ganz unerwartet dennoch Überraschend auf mich zu. Gut wir konnten uns gütlich scheiden lassen fast ohne Streitereien. Jedenfalls bis nach der Scheidung, dann begann sie mit dem Rosenkrieg. Auch jetzt noch, ein halbes Jahr nach der Scheidung, versucht sie mir zu Drohen und mir Vorschriften zu machen.
Auch ist sie der Meinung das wir vom dritten Geschlecht nur wie Clowns aussehen und überall ausgelacht werden. Doch viele offene und ehrliche Gespräche besagen das Gegenteil. Ich werde bewundert über mein Selbstvertrauen und meinen Mut. Auch höre ich immer wieder, dass mir Frauenkleider besser stehen, als meine Männergarderobe.
Nun bin ich Frei und lebe alleine und kann wenn es auch immer Möglich ist (ausgenommen zur Arbeit, obwohl ich mich auch da, nach Arbeit umsehe, wo ich es sein kann) mich als Nathalie bewegen, mich so kleiden und schminken. Und wenn ich den richtigen Arzt gefunden habe, sicher auch meine eigenen Brüste haben.
Mehr darüber auf der Seite eigene Brüste
Ich bin nun auch in einer eigenen Wohnung und da kann ich tun und lassen was ich will. Eine kleine, aber schnuckelige 3 1/2 Zimmerwohnung. Ich trage aber meinen Namen Nathalie weiter und dies eigentlich in Ehren. Er passt zu mir und wurde mir einmal mit Liebe verliehen. Auch die Armkette mit der Gravur ist jetzt ein stetiger Begleiter von mir. Einzig was ich seit 2010 geändert habe, ich feier nun meinen Geburtstag nicht mehr am 20.12. sondern am Tag meines Entdeckens am 31. Juli.
So langsam bekomme ich wieder in Kontakt mit Freunden und Freundinnen von früher. Diese Kontakte hat meine Frau mir aus Eifersucht untersagt. Aber Liebe macht bekanntlich Blind. Deshalb ging ich darauf ein. Die ersten Besuche durfte ich bereits knapp einen Monat nach der Scheidung bei mir als Gäste willkommen heissen, was mich ganz persönlich gefreut hat.
Ich trage nun auch wieder meine Brustpiercings und werde mir auch ein Bauchpiercing machen lassen. In meinem geistigen Auge sehe ich es schon klar vor mir wie es aussieht, respektive aussehen soll.
Ich gehe auch nebst den Treffen öffentlich aus, meist mit jemandem aus der GWHF Gruppe, oder mit einer Person die mich auch als Nathalie akzeptiert. Aber nicht nur, auch gehe ich, wenn ich Lust habe, frei als Nathalie in den Ausgang und lerne so immer wieder neue Gesichter und Menschen kennen. Mit denen ich steht's interessante Gespräche führen und die mich in meinem sein nur fördern. Auch erhalte ich auch ab und zu ein Typ oder Ratschlag oder sogar ein kleines Geschenk.
Meinen Geschwistern und meiner Mutter, so wie auch meinem Chef habe ich mich nun auch geoutet. Der Kreis wird immer grösser von denen die es wissen. Ich bin erstaunt wie es offen angenommen wird, selbst im Verwandtenkreis. Ok meine Mutter möchte mich nicht in Frauensachen sehen, aber meinte ich soll so leben wie es mir wohl ist. Das kann ich verstehen und auch damit leben. Sie ist leider in der Zwischenzeit verstorben.
Heute am 31.7.2010 habe ich das erste Mal mein "Geburtstag" von Nathalie gefeiert, gemeinsam mit meinen beider Kindern und ihren Freundin resp. Freund. Es war ein tolles Fest und als Geschenk bekam ich diverse Nagellacke und Lippenstifte sowie ein Liedschatten. Leider haben wir es verpasst ein Bild zu machen von uns. Aber es wird weitere Feste geben die wir gemeinsam feiern werden und da können wir es nachholen.
Seit ich nun in meinen eigenen 4 Wänden lebe. kann ich so sein und tun lassen wie ich will. So langsam füllt sich meine Wohnung und wird gemütlich. Besonders viel Platz ist für Nathalie reserviert und entsprechend eingerichtet. Aber es wird schon noch einiges brauchen, zum Teil musste ich mich ja mit dem was ich habe Notbehelfen. Nur das Leben lebt und ich kann mich an jeder Änderung und Erweiterung freuen.
Ich kann mich nun auch frei bewegen und ganz offiziell als Nathalie aus dem Haus gehen und auch so nach Hause kommen. Auch gehe ich so einkaufen und probiere die Sachen welche ich kaufen will an, ganz ohne Probleme. Es wird mehr akzeptiert als man annimmt, es ist mehr selbst über den Schatten zu springen und es zu wagen!
Seit dem 31.10.2010 gehe ich nun auch ganz offiziell in den Lebensmittel Geschäften, wie Denner, Migros und Coop einkaufen, auch in die kleineren Geschäften hier in Huttwil und Umgebung. Also auch hier, wo man mich sonst als Peter schon kennt.

Auch habe ich hier in der Umgebung Leute gefunden, mit der gleichen Neigung wie ich. Ich stehe also nicht auf weiter Flur wie immer behauptet wird. Auch bei den Biofrauen stosse ich immer mehr auf Verständnis und Kopfschütteln über das Verhalten von meiner Exfrau.
Insbesondere, da ich ja nicht homosexuell bin und mit ihr ganz normal als Mann gekleidet, respektive unbekleidet ins Bett ging, wenn es wieder einmal Sex gegeben hat.
Meine Garderobe sowie meine Schminksachen und der Schmuck wachsen und wachsen steht's und hat bei weitem die überhand angenommen im Gegensatz zu meinen Männerkleidern. Bei der Haarentfernung habe ich unterdessen von rasieren auf epilieren gewechselt, da die Haare nicht mehr so schnell nachwachsen. Zeitersparnisse gibt es zwar insgesamt keine, doch die Haut fühlt sich viel zarter an und gibt mir somit eher ein feminines Gefühl. Auch mit meinem Perücken bin ich nicht mehr glücklich und zu frieden, ich finde sie sind künstlich und verleihen kein echtes Gefühl. Abgesehen schwitzt man darunter auch ganz schön. Darum habe ich beschlossen meine Kopfbehaarung wachen zu lassen. Es gibt viele Frisuren, welche unabhängig vom Geschlecht getragen werden kann. Aber trotzdem habe ich mich für eine Damenfrisur und -schnitt entschieden.
Mein Feundeskreis wächst von Tag zu Tag und ich werde so angenommen wie ich bin. So kann ich mich auch frei bewegen, schliesslich wissen alle im Haus und in der Nachbarschaft von Nathalie.

Seit ich geschieden bin, lasse ich mir auch die Haare wachsen und werde somit künftig auf die Perücken verzichten können. Eine Damenfriseuse hab ich schon gefunden und sie hat mich auch als Nathalie in ihrer Kundenkartei aufgenommen. Das heisst also ich darf und gehe als Frau zu ihr.
So langsam kann ich meine Haarpracht zeigen, es wird aber noch eine Weile dauern bis sie meine gewünschte Haarlänge erreicht haben.

Ich habe mir auch ein weiterer Wunsch erfüllt und mir ein Bauchpiercing stechen lassen. Auch aüsserlich hab ich mich angepasst, indem ich bei der Brille ein Damengestell genommen habe.
Meine Nägel lasse ich wachsen, schade nur das sie mir bei der Arbeit oft abbrechen. Dennoch trage ich sie voll stolz und werde von manchen Frauen darum beneidet. Lackieren darf oder kann ich sie leider vorerst nur wenn ich in den Ausgang gehe oder an den Wochenenden.

Mein ganz grosser Stolz lieg darin, dass ich die Kleidergrösse 38 trage. Ohne das ich eine Diät gemacht oder das ich auf irgend welche Sachen verzichtet hätte. Früher hab ich 42/44 gebraucht! Hinzu kommt, dass ich ausser zur Arbeit, nur noch Frauenkleider trage. In meinen 2 grossen (je 4 Türen) Kleiderschränken, haben die Sachen für den Herrn auf 2 Tablaren platz. Mittlerweilen sogar auf nur einem, da ich nur noch Herrenarbeitskleider besitze.

Nach der Brustoperation wurde ich von vielen FreundInnen, ja sogar von meinem Bruder und Schwester gefragt, warum ich nicht meinen Namen ändern liese? Peter passe nun doch wirklich nicht mehr zu mir. Ok, mit diesen Gedanken hatte ich auch schon längere Zeit gespielt, hatte aber keine Ahnung über das Vorgehen.

Zur Namensänderung >>>

Ich lebe heute, von allen akzeptiert, als Frau. Ansonsten geht es mir gut und ich bin entspannt und gelöst. Es wäre noch mein Wunsch, eine Arbeit zu finden, wo ich auch in einem Rock meine Tätigkeit verrichten könnte.

10 Jahre nach den Outen.


Egal ob Mann, Frau oder Transgender

wir sind alle Menschen, nur das wir Transgender unser aussehen und Namen geändert haben. Im Grunde sind wir dieselben Personen, welche wir eigentlich immer waren. Ist dies so verwerflich, dass wir oft diskriminiert und ausgeschlossen werden? Zum Glück gibt es dennoch viele die uns so sind wie wird eben nun sind anerkennen und respektieren.

Dazu kommt mir immer wieder ein Erlebnis mit einem Jahrzenten bekanten Freund in den Sinn. Er ist von Beruf Doktor in Psychologie (ich war aber nie in seiner Praxis als Patient).
Wir hatten und etwas aus den Augen verloren, während ich meinen Wandel zur Frau gemacht habe. Beim ersten Treffen danach kam es zu folgendem Dialog:
Er „Peter, entschuldige Nathalie, ich habe Mühe mit dir!“
Ich „Wieso? Du bist doch Psychologe und solltest doch damit klar kommen!“
Er „Ich habe keine Mühe damit, dass du nun in Frauenkleidern vor mir sitzt (ich sass ja auch aber in der Küche bei ihm) und dass du Brüste hast und Nathalie heisst. Es ist vielmehr der Umstand, dass deine Gesten, Mimik und ausdrücke dieselben sind wie bei Peter“

Mit anderen Worten, bin ich doch dieselbe Person nur in einer anderen Aufmachung.
Den Charakter kann man nicht ändern, bei aller Liebe nicht. Man ist derselbe Mensch wie davor.
Deshalb fällt es mir schwer, wenn im Bekanntenkreis die Personen so gewaltig Mühe haben, das andere neue Geschlecht zu anerkennen. Es änderte sich ja ausser des Aussehens nichts und schlechter sind wir auch nicht geworden. Im Gegenteil, wir sind eher sensibler und aufmerksamer geworden.
Ich möchte an dieser Stelle allen aus tiefsten Herzen eine Danksagung mitgeben, jenen welche die mich so nehmen wie ich bin.
Ich bin ich und das als ganzer Mensch

Vor etwas mehr als 10 Jahren habe ich mich geoutet. In der Zwischenzeit ist doch viel passiert, schönes und aber auch weniger angenehmes.
Zum zweiten gehört zweifelsohne das ich in offiziellen FKK Orten keinen Einlass mehr bekomme, auch in Badeanstalten muss ich in Kabinen Duschen gehen und meine Genitalien verdeckt halten.

Dafür kann ich jetzt wirklich voll als Frau auftreten und werde auch als solche behandelt. Ok, es kann schon vorkommen, dass ich am Telefon mit Herr angesprochen werde. Dies ist wegen meiner etwas tiefen Stimme aber verständlich. Nach kurzem erklären ist es den Anrufern meist peinlich, aber dann selbstverständlich. Das wird wohl ein Teil bleiben, mit dem ich Leben muss.
Bei Ärzten und in Spitälern, ist es ganz normal das ich eine Frau bin. Einzig mit dem Unterschied, dass ich als allgemein Versicherte Person immer ein Einzelzimmer habe. Ich sehe das als positive Diskriminierung an.
Auch im OV (Ornithologischer Verein) wo mich alle mit Peter kannten, wurde an einer Hauptversammlung meine Änderung bekannt gegeben. Alle Mitglieder nahmen dies positiv auf. Seitdem bin ich auch dort nur noch die Nathalie.

Manche meinten auch, ich soll mein Lebenslauf abändern und nur noch die weibliche Form meiner Tätigkeiten aufführen. Das kann ich aber nicht machen, da es nicht mehr mit den Zeugnissen übereinstimmen würde. Zudem kennen wir in der Schweiz das Transsexuellen Gesetz nicht wie es bei unseren Nachbarstaaten der Fall ist. Gemäss diesem Gesetz wären alle verpflichtet, das Zeugnis neu zu schreiben. Aber was ist mit jenen Firmen, die es in der Zwischenzeit nicht mehr gibt?
Also lasse ich es so wie es ist, es entspricht der Wahrheit. Zudem braucht man so etwas auch nicht alle Tage.

Auch wenn es ab und zu einmal ein kleines negatives Ereignis ergibt ist es doch nun schön voll als Frau existieren zu können.
Ich bereue, keine Minute, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Könnte ich aber das Rad der Zeit zurückdrehen, so würde ich meine Entscheidung um Jahre früher entstehen lassen.


Treffen mit Gleichgesinnten


 
Cocktail - am himmu stoht es stärnli

Mit gemischten Gefühlen und einem Flattern der Glieder und im Herz, gingen wir, meine Frau und ich; zu einem Monatstreffen von GWHF in den Al Ponte in Wangen an der Aare. Obwohl wir die Bar kannten mussten wir kurz uns Informieren. Als wir die Bar betraten, waren wir die ersten, die anderen waren noch beim Essen. Das nächste Mal werden wir vielleicht auch daran teilnehmen. Nach einer Weile kam ein CD hinein, ich traute mich jedoch nicht sie anzusprechen.

Deshalb bat ich meine Frau auf ihn zu zugehen, was sie auch tat und ihn ansprach. Als sie mit ihr redete traute ich mich auch und ging zu den beiden und stellte mich vor. Gleich kamen wir ins Gespräch und setzten uns gemeinsam an die Bar. Ich war neugierig möglichst viel von ihr zu erfahren. Doch sie war nicht so gesprächig wie ich erhofft hatte. Also blieb uns nichts anderes übrig, als auf die anderen zu warten, welche dann auch bald einmal kamen. Wir setzten uns dann zu ihnen in die Sitzgruppe, welche extra reserviert war. Auch hier stellte ich ihnen uns vor, ich als Nathalie und meine Frau. Wir wurden herzlich in der Runde aufgenommen.
Leider waren nur wenig Angehörige anwesend, dass meine Frau sich mit ihnen Unterhalten gekonnt hätte. Doch das Blatt wendete sich als ein ebenfalls "neues" Paar (Mann (CD) und Frau) die Bar betrat. Ihnen schien es nicht anders ergangen zu sein wie mir, dennoch waren sie sehr offen und ich kam sehr gut mit ihnen ins Gespräch: Wie ich feststellte weiss sie auch erst seit einer kurzen Zeit (ca. 1/2 Jahr) über seine Neigung Bescheid.
Nun ist es so weit, das zweite Treffen ist angesagt. Schon früh machte ich mich zurecht, damit es auch zum Essen mit Gleichgesinnten reicht. Im Al Ponte angekommen, sahen wir schon von draussen, wo wir sitzen werden. Drinnen wurden wir herzlichst begrüsst und wir hatten einen schönen und lustigen Abend. Das Essen war vorzüglich und schmeckte herrlich. Wir werden wieder kommen, das ist ein versprechen.
Zum dritten Treffen wurde ich wieder von meiner Frau begleitet. Was waren wir überrascht wie viele Anwesend waren, auch waren viele Bio-Frauen anwesend wie scheinbar noch nie. Was für die betroffenen sicher auch gut war für ein Erfahrungsaustausch. Aber auch für uns war es ein toller Abend gewesen, denn auch wir konnten mit vielen reden und unseren Gefühlen freien Lauf lassen. Ich erhielt viele Tipps und konnte auch wenige weiter geben.


Einige Bilder vom Treff's im Al Ponte in Wangen a/A


Wir kommen wieder, denn es ist für Angehörige so wie für Betroffene eine super Anlaufstelle.
Beim 4.ten Treffen wo ich mit dabei war, begleitete mich meine Frau und Manuela. Es wurde wiederum ein gemütlicher Abend, auch das Essen war gut. Manuela verliess uns zwar etwas vorzeitig, versprach aber, dass sie wieder mitkommt, es habe ihr gefallen. In meinen Augen soll es auch so sein, dass sich Biofrauen sowie wir gemischt zusammen sitzen und einen idyllischen Abend verbringen können.
In der Zwischenzeit ist für mich ein Besuch bei der GWHF eine ganze Selbstverständlichkeit, dennoch freue ich mich immer wieder darauf. auch wenn mich meine Frau nicht mehr dabei ist oder nur noch sporadisch begleitet. Hier lernt man neue Gesichter und deren Erfahrungen kennen und bekommt auch gute Ratschläge. Aber auch das allgemein Gesellige kommt nicht zu kurz, was schon manchen Lacher zu tage brachte.


Fondue-Plausch bei Marion

Klara und Marion kamen auf die Idee, einmal etwas ausserhalb von den Monatstreffen zu organisieren, was mit dem Fondue-Plausch auch gelungen ist. Wie könnte anders sein, ich war mit von der Partie. Mein Dank für die geleisteten Arbeit und das Apéro. Gerne werde ich wieder an einem Treffen "ausserhalb" teilnehmen.



Nach langer gesundheitlichem Aus, konnte ich wieder bei einem Monatstreff im neuen Al Ponte teilhaben. Es war wieder ein gelungener Abend und ich vereinbarte mit Marion, das wir auch dieses Jahr ein Fondue-Plausch oder so was auf die Beine stellen. Ich freu mich schon drauf. Aus dem oder so was wurde ein

Wildessen bei Marion





Doch ist das Al Ponte nach dem Umbau nicht mehr so wie früher, auch die Bar fürs gemütliche zusammen sein fehlte nun. Sicher werden wir uns ein neues Lokal suchen müssen.
Wir haben nun ein Kompromiss gefunden, zum Essen sind wir nach wie vor in unserem Stammlokal und fahren anschliessend nach Aarwangen ins Musik-Pup Rank wo wir ebenfalls steht's willkommen sind.





Gemütlicher Sonntag bei Esther




Ich habe auch Kontakte ausserhalb der Treffen, die Spass machen. Danke Esther es war ein super schöner Tag mit dir.



Monatstreffen September 11 (Felsenbar)


Mitgliederversammlung

  Silvester 2011/2012

Zusammen mit Crisu




Foto's


 
Peter Reber - D Zyt blybt schtah


Einige Bilder über mich und meine Sachen

Mein grosser Stolz den ich damals hatte, meine ersten offiziellen Sachen für Nathalie.




Dann folgten immer weitere Sachen, aber in erster Linie meine Perückensammlung.
Das war mein ganzer stolz zu beginn, heute brauche ich ja keine Perücken mehr und habe einen grossen Schrank voll Damenkleider.





Ich war aber auch ab und zu ohne Perücken anzutreffen

Ein Morgekaffee auf dem Balkon


Hier bin ich in der alten Bar und im neuen Pub

Mein Abendkleid und in meinem Dirndl





Auswärts bei einer Freundin, im Wohnwagen und zu Hause




Nach den Kleiderkauf im März 2011


Ausflug nach Aarau

Ein Sonntag an der Aare
berken




Das Schminken muss geübt sein.

Immer wieder mache ich mir eine neue Frisur, respektive lasse sie mir machen.




Und wieder einmal beim Shoppen ....




Jahresversammlung 2014


Freizeit Foto's


 
Petruta Kuepper - Amazing Grace

Bilder von mir in der Freizeit und im Urlaub und Alltag



Osterbrunch

Sommertag bei Kollegen

Never come back

Party im Keller



Eiger, Mönch und (eine) Jungfrau

Revue der 100 Gesichter


Alpine Wanderung zur Salbithütte




Ausgang und Überraschungsfrisur



Weihnachtsmarkt Huttwil


Alpa Mare



FKK auf dem Balkon




Weihnachtsmarkt 2017





Frühlingssonne geniessen in Basel (2018)


 
 
Nathalie Zimmermann ~  © 2018