Mein Wandel
 

Eigene Brüste








Der Wunsch nach eigenen Brüsten

 
ABBA - I Have A Dream

Der Traum eigene Brüste zu haben.

Ich habe, nachdem es mir schon x-mal verleidet ist, meine Kunstbusen* immer wieder im BH zu richten und sie darin passend zu machen, nun endlich entschlossen mich bei Arzt für bestehenden die Möglichkeiten zu orientieren.
Doch ausser dem Typ mich bei der psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich oder bei einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin zu melden, konnte er nicht weiter helfen. Sicher wusste er zwar, dass es die hormonellen sowie operativen Varianten gibt, aber alle Vor- und Nachteile konnten sie nicht mit Gewissheit erklären.
Folglich bleibt für mich der Weg weiter im Unklaren und ich Versuchte es zuerst mit einem Anruf in der Klinik. Doch hier bekam ich nur die Auskunft, dass sie dies nur bei einer Geschlechtsumwandlung machen, fertig, aufgelegt. Na toll.
Also rief ich meine Frauenärztin an, welche sich die Zeit (sogar sehr viel Zeit (immerhin 40 Minuten)) nahm und mir offen und bereitwillig am Telefon Auskunft zu geben. Dabei kam folgendes zu Tage:

Hormontherapie:

Als erstes müsste man die männlichen Hormone blockieren.
Dann die weiblichen Hormone deponieren.
Dies könnte man bis zu 1 Jahr vollziehen, nach diesem Zeitpunkt kann man es nicht mehr rückgängig machen.
Der Nachteil beim ganzen ist auch, es geht in sexueller Hinsicht nichts mehr. Das heisst, es kommt keine Erektion mehr zu Stande. Sprich also kein Geschlechtsverkehr.
Danach kommt nur noch die Geschlechtsumwandlung in Betracht.
Beim absetzen der Hormone innerhalb dieses ersten Jahres, fallen aber dann auch die Brüste wieder weg.
Dies bedeutet also, dass man die Hormone sein ganzes Leben lang einnehmen muss. Dies könnte man entweder täglich mit einer Pille oder langfristig mit einer Spritze (in der Praxis) bewältigen.
Das Brustkrebsrisiko erhöht sich hierbei auch von ca. 1% auf 2%
Nebst all diesen Nachteilen, man darf ja nicht alles schwarz sehen, gibt es wenigstens ein Vorteil! Die Osteoporose (Knochenschwund) wäre um ein vielfaches geringer.

Oder eben die

Brustoperation.

Nachteile hierbei:
- Vollnarkose
- Kapselfibrose (Bei der Kapselfibrose (engl.: capsular fibrosis) handelt es sich um die Ausbildung einer harten bindegewebsartigen, teilweise schmerzhaften Kapsel, die in Folge einer Brustvergrösserung durch Einsetzen eines Implantats entsteht. Bei dieser Fremdkörperreaktion kann dabei zu starken Verformungen der Brust kommen.
Grundsätzlich entsteht um jeden Fremdkörper eine Kapsel aus Narbengewebe. In den meisten Fällen bereitet dies keine Probleme, da die Kapsel sehr zart ist. Warum es aber in bis zu 15 Prozent der Fälle einer Brustvergrößerung zur Entstehung einer Kapsel mit Beschwerden kommt, ist nicht sicher bekannt.
-Des Weiteren gibt es gelegentlich Nachblutungen.

Mit diesen Informationen konnte ich weiter auseinandersetzen und die für mich passende Eventualität in Betracht ziehen. Es war also wieder in meiner Hand, respektive in meinem Hirn. Obwohl ich meinen Wunsch, eigene Brüste zu haben dauernd im Kopf habe, strich die Zeit ins Land. Dessen ungeachtet war ich mir eigentlich bewusst, dass für mich die operative Gelegenheit in Erwägung kommt.



* Nebst dem Silikonabdruck einer Frau, (auf welche ich bei direktem Kontakt zur Haut, allergisch reagierte und ihn nur, nachdem ich sie mit Stoff respektive einer Strumpfhose umwickelt hatte, tragen konnte) habe ich auch andere Möglichkeiten probiert.
Zuerst einen Schaumstoffbusen aus einem Sexshop. Hier bestand keine Allergie, doch befriedigend war dies auch nicht, erstens die Passform in einem BH, dann das Gewicht und schlussendlich auch von der Hygiene. Schaumstoff kann man nicht oder nur schlecht reinigen und man schwitzt doch darunter auch sehr stark.
Den BH einfach mit Taschentüchern oder ähnlichen Materialien zu stopfen, schien mir auch nicht das wahre Gelbe vom Ei zu sein. Stimmte doch einigermassen meine gewünschte grösse, aber die Form lag weit daneben. Ich versuchte es also mit "Putzfäden" welche ich in eine Strumpfhose stopfte, na ja die Formen waren schon besser so, aber das unpassende Gewicht irritierte und störte mich.
Infolgedessen machte ich mich weiter auf die Suche nach einer besseren Lösung zu suchen, welch ich dann auch fand.
Statt in die Strumpfhosen Putzfäden zu stopfen, nahm ich Reiskörner. Was mir zwar ärger mit meiner Frau einbrachte, da ich schliesslich Lebensmittel verschwende.
Wie gesagt füllte ich Reiskörner in Strumpfhosen und verknotete diese. Der Knoten, sahen dann wie der Nippel auf der Brust aus. Insgesamt gesehen war es die beste Art für eine künstliche Brust. Man konnte genau die gewünschte Grösse damit erstellen, auch vom Gewicht entsprach es der Realität, fühlte sich auf der Haut angenehm warm und geschmeidig an und man schwitzt darunter auch kaum. Ausserdem ohne sich gross in Unkosten stürzen zu müssen, können sie bei Bedarf günstig erneuert werden.
So fertigte ich mir verschiedene Grössen davon an.
Doch alles, wie im Leben, hat zwei Seiten. Die Strumpfhosen sind nicht für einen solchen Einsatz konzipiert worden und sie gehen kaputt. Meist dann noch im unpassendsten Augenblick. Daher kommt ein Rat von mir, immer ein zweites Paar in greifbarer Nähe haben.
Als Variante oder Ersatz von Reis, kann sicher auch Ebly, Hirse, Weizenkörner oder dergleichen benützt werden. Sicher gibt es noch weitere Materialien, die sich dazu eignen würden. Bitte meldet mir sich doch einfach per Mail, was ihr verwendet und wie eure Erfahungen damit sind. Gerne nehme ich sie auf und gebe diese Antworten auch suchenden weiter.




Der lange Weg zu den eigenen Brüsten

 
Frank Sinatra - My Way

Die Suche nach dem besten Weg.

Nach der Scheidung (genau am 20.01.2011) hörte ich via Umwege, wie meine Exfrau noch immer über mich schlecht redet, egal ob als Peter oder Nathalie und sie mir alles vorschreiben möchte. Ich soll doch Rücksicht auf sie nehmen.
Doch da gehe ich nicht drauf ein, ich habe weiss Gott Rücksicht auf sie genommen aber wenn es ihr nicht passt kann sie von mir aus in eine andere Gegend ziehen.
An diesem Tag beschloss ich, jetzt werde ich mir nun meine eigenen Brüste machen lassen. Zur Nachbetreuung werde ich die Ortsansässige Frauenärztin aufsuchen. Welche mich auch schon im Vorfeld gut beraten und betreut hat. Sie ist auch über meine Vorgeschichte im Bild und hat mir ihr Versprechen gegeben, dass alles unter uns bleiben wird und die Praxisräume nie verlassen werde, auch das sie keiner anderen Person darüber davon berichten oder weiter sagen wird. Auch wenn es im direkten Zusammenhang steht. Ausgenommen mit meiner persönlichen Einwilligung.

Also fing ich an zu recherchieren. Mir war bekannt, dass in der Schweiz diese Operation von der Krankenkasse nicht oder nur nach 2 jähriger psychologischer Therapie übernommen wird. Für mich war klar, dass ich nicht 2 Jahre warten wollte, bis es dann schlussendlich weitergehen sollte. Auch habe ich das nötige Kleingeld nicht. Kostet doch die Operation in der Schweiz immerhin gegen 10‘000 Franken.
Von einer "Freundin" bekam ich die Info, dass in Thailand Brustoperationen um die Hälfte bekommen würde. Inklusive Flug und Aufenthalt. Die Behandlung sei nach westlichem Standard und von hoher Qualität. Ich machte mich folglich im Internet schlau über diese Aussage. Tatsächlich es stimmte! Einziger Nachteil, die Ärzte sprechen entweder nur Thai oder englisch. Ok, während des Klinikaufenthaltes (1 Tag) könnte oder würde ein Dolmetscher zur Verfügung stehen. Doch der Aufenthalt wäre mindesten 7-10 Tage, wie verständigt man sich dann? Besonders wenn man weder thailändisch noch englisch redet?
Weitersuchen war demzufolge angesagt. Derartig Operationen werden ja schliesslich weltweit gemacht. Wenn auch der Standard unterschiedlich ist. Irgendwo findet man sicher ein Ort, wo man sich verständigen kann. Bei diesen Nachforschungen stiess ich auf Kroatien.
Ganz besonders auf die Klinik von Dr. Toncic in Zagreb. Ich begann mit den Ermittlungen über diese Klinik und Arzt. All das was mir zu Ohren, respektive zu Auge kam war überzeugend und sprach für Seriosität und sprach auch klare Kompetenz über diesen Arzt und sein Team aus. Preislich entspricht es ungefähr den Kosten, welche auch ein Thailand Aufenthalt kosten würde. Der grosse Vorteil, in Kroatien spricht man nebst kroatisch ganz selbstverständlich deutsch. Auch klar ein Vorteil wären die Kontaktmöglichkeiten, persönlich (wenn auch nicht unbedingt täglich, es sind doch immerhin ca. 1200 Km), telefonisch, Fax, per Email oder auch über Skype. Das sind doch Indizien die für sich sprechen lassen. Nebst all diesen Vorzügen kommt hinzu, dass von der Klinik aus für den Aufenthalt gesorgt würde, von privater Unterkunft bis hin zum Luxushotel, auch Flug und Transfer würden übernommen. Welch ein Angebot! Wer kann dazu schon nein sagen?

Ich war schon dabei mich mit ihnen in Verbindung zu setzen, als ich die Kenntnis (dank GWHF) davon erhielt, dass die Schweizer Krankenkassen die Behandlung, ohne vorgängig psychologische oder psychiatrische Therapie von 2 Jahren, übernehmen würden.
Nun fragen kostet bekanntlich nichts. Also griff ich zum Hörer und rief bei der Krankenkasse an und bat um die gewünschte Auskunft.
Diese war beinahe etwas verwirrend. Ja und Nein. Ja was denn nun?
Grundsätzlich muss zuerst ein Bericht vom Hausarzt an den Vertrauensarzt der Krankenkasse eingereicht werden, erst dieser entscheidet dann über die Kostenübernahme durch die Kasse. Aha, wieder ein Schritt weiter.
Mit dieser Information machte ich mich drauf ein Termin bei meinem Hausarzt zu bekommen, welcher ich auch erhielt.
Da er ja die Vertrautheit über mein Leben als Nathalie hat, fiel es mir ziemlich leicht ihn darauf anzusprechen. Dennoch wartete ich damit, bis am Schluss des Termins. Irgendwie schien es ihn nicht zu überraschen und er entgegnete mir, dass er es machen würde und auch die Operation als solche anempfiehlt. Auch würde er die Einweisung ins Spital (Krankenhaus) ohne weiteres gerne tun. Mit freudigem Herzen verliess ich die Praxis und harre auf die Antwort vom Vertrauensarzt, respektive von der Krankenkasse.

In den Tagen des Wartens gingen wir doch noch das eine oder andere durch den Kopf, welches ich mit dem Hausarzt besprechen möchte. Bisher hatte er doch nur Wissen von Nathalie, aber hatte er das Praxispersonal orientiert? Oder ahnen diese davon, weil ich ab und zu mit lackierten Nägeln und Ringen an den Fingern in der Praxis war? Ich bin der Meinung, dass sie Bescheid wissen sollten. Eigentlich kennen sie mich ja als Mann, dem ungeachtet nach der Operation halt als Mann mit Brüsten. Doch ich möchte das Personal nicht schockieren. Falls der Arzt sie noch nicht in Kenntnis gesetzt hat, würde ich gerne dabei sein, wenn die Orientierung erfolgt. Eine weitere Frage die mir noch so durch den Kopf geht ist folgende; wie sieht es aus wenn ich später, also nach der Operation, auch in Frauenkleider in die Sprechstunde gehen würde? Doch darüber mehr, nach dem nächsten Termin.
Die Krankenkasse verlangte ein Abklärungsgespräch an der Uniklinik in Zürich. Mein Hausarzt hat sehr schnell darauf reagiert und ich bekam schnellst Möglich ein Termin vereinbart.



Nach einer Wartefrist von fast 2 Monaten, konnte ich endlich zum ersehnten Termin an der Uni in Zürich erscheinen. Beim ersten Gespräch ging es vor allem und mein Standpunkt zu klären, welcher ja bei mir genau definiert war, da ich mich ja bereits sehr intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt habe und mir schon viele Informationen eingeholt habe. Dieser Ansicht war auch der Oberarzt und er war schon bei unserem ersten Gespräch voll und ganz auf meiner Seite. Da uns aber die Zeit davon lief, machten wir einen zweiten Termin ab, auf diesen musste ich dann nicht mehr lange warten, sondern konnte gleich in der kommenden Woche wieder einfinden. Hier ging es vor allem darum „wie weiter?“
Zuerst informierte er mich wie es eigentlich üblich ist, auch aus der Sicht der Krankenkasse. Doch in meinem Fall ging er auf die „Überholspur“ und meldete mich sogleich in der Endokrinologie (Abteilung für Hormone) an. Er war aber der Ansicht, dass dies nur eine reine Formsache ist, da sich eine Hormontherapie nicht als Sinnvoll erweist. Er sieht bei mir auch als einziges die Operation als folgerichtig an. Von seiner Seite wurde dies mir auch in einem Schreiben für die Krankenkasse und zur Information vom Hausarzt so bestätigt, ebenso die Dringlichkeit des Eingriffes.



Auf den Termin beim Hormonspezialisten brauchte ich nur eine Woche zu warten.
Hier stellte der behandelnde Arzt schnell fest, dass eine Hormontherapie nichts bringen würde. Mit einer solchen könnte man höchstens eine Brust mit einer Körbchen Grösse A erreichen. Auch lies sich die Form nicht voraus sagen. Einzig als Vorteil könnte man die Verminderung der Körperbehaarung in Betracht ziehen. Eine Rasur würde sich aber dennoch nicht vermeiden lassen. Aus alle den Gründen empfiehlt er mir schlussendlich auch die Operation.
Nun heisst es erneut bei der Krankenkasse ein Gesuch für die Kostenübernahme einzuholen. Mit dieser kann ich dann bei einem Chirurgen die weiteren Schritte bis hin zur Operation machen.
Damit die Krankenkasse mehr Info's hat, soll ich als Dokumentation folgende Bilder machen.
- Ganzkörperbild, angezogen und geschminkt. Halt eben so wie ich gerne bin.
- Bilder von der jetztigen Brust (frontal und seitlich).
Anfang August 2011, erneut ist ein Gesuch an die Krankenkasse gegangen, vom Endokrinologen zusammen mit dem Bericht vom Psychiater.
Nun hoffe ich, dass der Entscheid positiv ausfallen wird.

Endlich am 12. September 2011 kam der Bescheid von der Krankenkasse, dass sie die Kosten der Operation übernehmen.



Meine eigenen Brüste

 
Celtic Woman - Someday

Die Vorbereitung, die Operation und das Resulat.

Nach dem ich die Kostengutsprache am 12.9.2011 erhalten habe, gabs kein warten mehr. Sofort rief ich den Endokrinologen an, das er mich nun an eine entsprechende Klinik Überweisen darf, damit ich mein Ziel schnellst möglich erreichen kann. Dieser beglückwünschte mich und versicherte mir, dass er noch in dieser Woche Rücksprache mit einer Ihm Bekannten Ärztin macht und mich weiterleitet.
Dieser Tag ist für mich wie Geburtstag und Weihnachten zusammen, ich könnte die Welt umarmen.

Nun geht es Schlag auf Schlag, bereits am 23. September 2011 habe ich den Vorbereitungs-termin beim Chirurgen an der Inselspital in Bern.



Der 1. Operationstermin steht am 5. Oktober 2011.

Vorerst wird ein Expander (Bild rechts) eingesetzt um die Haut und Muskulatur zu dehnen. Dieser wird dann nach und nach (Bild links) mit Kochsalzwasser (NaCl) gefüllt.
In meinem Fall mit je 400 ml.



Bilder vom Eingriff


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Legende: 1) Hautschnitt, 2) OP-Team, 3) Befüllen des Expanders (Test auf Dichtheit), 4) Einsetzen des Expanders, 5) In Position bringen, 6) Zunähen, 7) Blick auf die Brust und Narben.


Obwohl das Ergebnis nocht nicht endgültig ist, kann ich aber meine Kunstbrüste in die Ecke stellen und mit meinen eigenen auftreten.
Ich bin glücklich und zufrieden und bereue mein Entschluss nicht!
Wenn alles klappt, werden die richtigen Implantate noch dieses Jahr einoperiert.
Obwohl das Ergebnis noch nicht vollkommen ist, hatte ich beim Hausarzt ein Termin ausgemacht. Dabei ging es auch darum, das Personal in Kenntnis zu setzen. Was der Arzt dann auch gleich getan hat. Ich kann also ab sofort in Frauenkleider in die Paxis gehen und werde da auch mit Frau angesprochen.

Nach einem Zwischenfall, welcher der rechte Expander platzen liess und ein auswechseln notwendig machte, geht es nun in Windeseile vorwärts.

Dieses Jahr fällt mein Geburtstag und Weihnachten wirklich auf ein Datum. Der

21.12.2011



Als ich am 20.12.2011 in die Frauenklinik eingetretten bin, kam es mir eher vor, als ob ich bei Freunden zu besuch gehen würde. Ich wurde von allen herzlich mit einem "Hallo Frau Zimmermann, schön das Sie wieder bei uns sind ...."
Sicher kannten mich die meisten auf der Abteilung bereits, dennoch war es ein sehr schönes Gefühl, so willkommen zu sein. Ich fühlte mich auch bestens aufgehoben und betreut. Die Frauenklinik, kann ich nur wärmstens Empfehlen.
Natürlich gratulierten mir alle zum Geburtstag.

Laut OP-Plan stand ich um 11.50 Uhr auf der Liste, doch kurz nach 10 Uhr wurde ich bereits in den Operationssaal gebracht. Wo dann der 1 1/2 stündiger Eingriff vorgenommen wurde.

Noch ist es ein wohl behütetes Geheimnis.
Der Arzt versichte mich aber das alles bestens verlaufen ist. Doch ich darf mein "Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk" erst nach 48 Stunden sehen. So lange ist die Brust unter einem Kompressionsverband verpackt, damit sich die Implantate fest setzen können und nicht mehr verrutschen. Noch einmal ist deshalb warten angesagt.

Doch nun ist es endlich so weit, der Verband wird entfernt und ich bekomme meine Brüste zu sehen. Wenn auch nur für kurze Zeit, denn für die nächsten 7 Tage muss ich Tag und Nacht einen Stütz-BH tragen. Ausser wenn ich mich wasche oder dusche. Ich bin mit dem Resultat zufrieden, genau so habe ich sie mir vorgestellt. Sicher muss die Schwellung jetzt erst noch abklingen und die Narben verheilen. Sie fühlen sich auch sehr realistsch weich an beim anfassen.



Das fertige Ergebniss, nach der Abheilung.


Nachdem meine Brüste vollkommen sind, fehlt nur noch das Tüpfelchen auf dem i.
So ein schönes Tattoo!

Weiter zum Tattoo



Die Namensänderung

 
Celtic Cliff Richard - Das ist die Frage aller Fragen

"Kantönligeist" und Gesetze

Jeder Kanton hat seine eigenen Gesetze und Auffassung über die Transsexualität und was alles im Vorfeld gemacht werden muss (GAOP, Hormone, Vasektomie). Alle berufen sich zwar auf die Transsexuellengesetze von Deutschland und Österreich, welche aber in der Schweiz keine Anwendung und Rechtskraft finden.

Solange wir hier in der Schweiz also kein eigenes Transsexuellengesetz haben, wird es ein spiessrutenlauf für jeden / jede geben. Nicht einmal am Bundesgericht ist man sich einig und sie werden laufend ergänzt und erweitert.


Hilfe ist angesagt

Ich liess mich beraten und bekam sehr ausführliche Informationen von Claudia Sabine Meier vom Hotel Schwefel Bad. Sie musste kämpfen, dami ihr Name geändert wurde. Mit diesem Wissen, meldet ich mich telefonisch bei dem zuständigen Amt und Person. Diese sagte mir was ich alles einreichen muss und was weiter behilflich wäre und den Vorgang zu beschleunigen.

Was braucht es alles?

Vorne weg gesagt, je mehr am an Beweismitteln man einreicht, umso besser!

Hier im Kanton Bern wurde mindestens folgendes verlangt:
1.) schriftliches Gesuch zur Namensänderung, mit Begründung und Beweismaterial
2.) Als Beweismaterial versteht sich
2.1.) Atteste und Gutachten von
2.1.1.) Hausarzt
2.1.2.) Psychologen / Psychiater
2.1.3.) Endokrinologen
2.1.4.) Gynäkologen
2.2.) Kostengutsprache von der Krankenkasse
2.3.) Kopien von Schreiben, Rechnungen lautend auf den gewünschten Namen.
2.4.) Kopie Identitätskarte oder Pass
2.5.) Kopie AHV-Ausweis
2.6.) Kopie von Mitgliederausweisen

Am 14. Dezember 2011 reichte ich mein Gesuch ein. Ein umfassendes Dokument mit 12 Seiten Anhang.

Nach kurzer Zeit (14 Tage!!) erhielt ich eine Empfangsbestätigung vom zuständigen Amt, verfasst an Peter Zimmermann. Jedoch mit einem Deckblatt mit der Adresse von Nathalie Zimmermann versendet.

Darin wurde ich aufgefordert folgende weiteren Unterlagen einzureichen.
- Niederlassungsausweis oder aktuelle Wohnsitzbescheinigung im Original
- weiteres Beweismaterial aus denen ersichtlich ist, dass man vorwiegend und seit mehreren Jahren unter dem gewünschten Namen bekannt ist.
- Vollmacht und Einverständniserklärung das sie bei den behandelnden Ärzten weitere Auskünfte einholen dürfen.
- Falls eine Therapie bei einem Psychiater oder Psychologen stattfindet. Den Namen und Anschrift und auch eine Vollmacht zu deren Befragung.
- Auszug aus dem Steuerregister.
- Bank, resp. Postkonto Auszug.
- Mietvertrag
- Versicherungsausweis (Police) der Krankenkasse
- Hausrats- und Haftpflichtversicherungspolice

Die kosten für die Namensänderung (ohne die nachträglich nötigen neuen Ausweise) liegen zwischen 300.00 Fr. und 1000.00 Fr.


Seit dem 9.2.2012 ist es nun offiziell, ich heisse

Nathalie

Endlich kann ich mir neue Ausweise bestellen. Wenn auch auf der Rückseite der ID unter Geschlechtsmerkmal ein M steht. M basiert ja für Mädchen. Damit kann ich leben.
Was mich dann aber störte, war die Anschrift von den Ämtern mit Herr Nathalie.
Also entschloss ich mich anfangs 2014 eine Personenstandesklage vor Gericht einzureichen. Dies geht aber nur mit Anwalt und mit viel Papierkram. Das heisst alle wie unter den Namensänderungen aufgelisteten Beweismittel und ausführlicher Personenstandesklage in leicht verständlichem Juristendeutsch.
Da auch hier jede Mühlen der Gerichte, das Mehl anders mahlen, bleibt es mir nicht erspart vor den Richter zu gehen.
Der Termin wurde auf den 8. Juli 2014 um 8.30 Uhr angesetzt. Nach einer Anhörung von 65 Minuten, ist es nun auch Amtlich. Ich bin jetzt

FRAU Nathalie


Auch in meiner ID steht nun ein F für Fräulein, ach das gibt es ja offiziell nicht mehr. Dann halt für Frau oder international ausgedrückt für Female.



In meinem Ordner verfüge ich Unterlagen aus weiteren Kantonen und wäre dankbar, wenn ich von Betroffenen ihr Dossier (Kopie) erhalten würde. So kann ich auch anderen helfen, damit sie leichter ans Ziel gelangen.


 
 
Nathalie Zimmermann ~  © 2018